Finger weg von Unitymedia!

Über zwei Monate lang habe ich vergeblich versucht, einen Internetanschluss von Unitymedia in Wiesbaden zu bekommen. Unitymedia nutzt dafür nicht wie die meisten anderen Anbieter das DSL-Netz der Telekom, sondern das eigene Kabel-Netz. So viel zur Theorie.

Der erste Techniker-Termin (Firma CDS), etwa zwei Wochen nach dem Tag der Bestellung, wurde leider am gleichen Tag abgesagt, weil der Techniker krank sei. Kein Problem, kann passieren. Der nächste mögliche Termin war allerdings mitten am Tag. Damit ich rechtzeitig von der Arbeit nachhause fahren kann, haben wir vereinbart, dass der Techniker mindestens 30 Minuten vor seinem Besuch anruft. Eine praktische Lösung, wenn sich der Techniker denn dran halten würde. Nach mehreren Versuchen und insgesamt über 40 Minuten in der Warteschleife der Hotline wurde mir erklärt, der Techniker hätte mich nicht angetroffen – was natürlich stimmt, denn schließlich hat er mich nicht wie verabredet informiert. Einen neuen Termin könne man mir erst wieder in zwei Wochen anbieten.

Ich habe den Auftrag sofort storniert, bis mich eine Mitarbeiterin von Unitymedia anrief und mich von einem neuen Versuch mit einem neuen Auftragnehmer überzeugte. Dieses Mal war es die Adams Network Engeneering. Der Techniker, der auch bald vereinbarungsgemäß kam, gab sich Mühe, stellte aber nicht näher definierte Probleme mit der Verkabelung fest. Er müsse die Kostenübernahme für die nötigen Arbeiten mit Unitymedia abstimmen. Anfang kommender Woche würde sich jemand bei mir melden – was leider nicht passierte. Anruf bei der Hotline. Die Mitarbeiterin wollte sich bei dem Techniker erkundigen und sich bis spätestens zum nächsten Tag melden. Kein Rückruf. Wieder Anruf bei der Hotline. Der Mitarbeiter wollte sich bei dem Techniker erkundigen und sich bis spätestens zum nächsten Tag melden. Kein Rückruf.

Wenige Tage später meldete sich die Hausverwaltung bei mir, ein Nachbar hätte sie informiert, dass ein Unitymedia-Techniker unangemeldet im Keller gewesen sei.

Anruf bei der Hotline, an der mir auf Nachfrage mitgeteilt wird, dass der Techniker meinen Auftrag storniert hat, ohne mich zu fragen

Warum? Ich müsse für bestimmte Maßnahmen, über die ich nicht informiert wurde, das Einverständnis des Vermieters einholen. Da mir die Hausverwaltung bei ihrem Anruf mitgeteilt hat, dass sie mit allen Maßnahmen einverstanden sei, bat ich, die Stornierung aufzuheben. Das müsse ich schon selber machen, denn – so der Mitarbeiter des Techniker-Dienstleisters – »da hängt man bis zu einer halben Stunde in der Warteschleife, das dauert mir zu lange«.

Nach mehreren schriftlichen Beschwerden bei Unitymedia wurde mir versprochen, dass die Stornierung gerne aufgehoben würde und Unitymedia Druck machen würde, dass ich schnellstmöglich einen Termin bekäme. Der wurde mir vom Dienstleister auch angeboten: in drei Wochen!

Liebe Unitymedia Hessen GmbH & Co. KG, ich hatte mehr Geduld mit euch, als es pädagogisch zu vertreten ist. Wenn ihr es in acht Wochen nicht schafft, einen einfachen Internetanschluss freizuschalten, solltet ihr vielleicht weniger Geld in flächendeckende Werbung investieren und lieber seriöse Dienstleister beauftragen.

3. September 2014 In: Internet 6 Kommentare

Vier Stimmen fehlen Schwarz-Rot zur Doppelmehrheit

Bei der Landtagswahl in Sachsen ist die CDU klar stärkste Kraft geworden. Nachdem die FDP nicht mehr im Landtag vertreten ist, wird sich die CDU einen neuen Koalitionspartner suchen müssen. Nach Lage der Dinge wird dies wahrscheinlich die SPD sein. Die Grünen, mit denen es rechnerisch auch reichen würde, dürften Stanislaw Tillich zu unsicher sein.

Union und SPD würden damit weitere vier Stimmen gewinnen, mit denen sie von anderen Parteien ungestört Gesetzesentwürfe der Großen Koalition im Bund unterstützen können. Die Gesamtzahl der von CDU, CSU und SPD kontrollierten Stimmen im Bundesrat stiege damit auf 31. Für eine Mehrheit werden 35 der 69 Stimmen im Bundesrat benötigt. Merkel und Gabriel fehlten also nur noch weitere vier Stimmen zur Doppelmehrheit in Bundestag und Bundesrat, um ungehindert durchregieren zu können.

Die Entscheidung der Grünen, in Hessen eine schwarz-grüne Koalition einzugehen, hat diese Doppelmehrheit vorerst verhindert. Die bundespolitische Bedeutung dieser Entscheidung sollte spätestens jetzt jedem klar sein.

Sitzverteilung im Bundesrat bei Schwarz-Rot in Sachsen
Land Koalition Stimmen Schwarz-Rot-kontrollierte
Stimmen kumuliert
Baden-Württemberg Grüne, SPD 6
Bayern CSU 6 6
Berlin SPD, CDU 4 10
Brandenburg SPD, Linke 4
Bremen SPD, Grüne 3
Hamburg SPD 3 13
Hessen CDU, Grüne 5
Mecklenburg-Vorpommern SPD, CDU 3 16
Niedersachsen SPD, Grüne 6
Nordrhein-Westfalen SPD, Grüne 6
Rheinland-Pfalz SPD, Grüne 4
Saarland CDU, SPD 3 19
Sachsen CDU, SPD (vorauss.) 4 23
Sachsen-Anhalt CDU, SPD 4 27
Schleswig-Holstein SPD, Grüne, SSW 4
Thüringen CDU, SPD 4 31
SUMME 69 31

31. August 2014 In: Wahlen 0 Kommentare

Mit dem Rucksack durch Asien

Backpacking-Asien.de

Zu Fuß zur Chinesischen Mauer, mit dem Tuk Tuk durch Bangkok oder mit dem Fischerboot nach Phuket – auf viele Mitteleuropäer hat Asien eine magische Anziehungskraft. Vor allem junge Leute reisen lieber mit Rucksack statt schwerem Reisegepäck, verzichten gerne auf festgelegte Touristenrouten, ziehen einfache Hütten und heruntergekommene Hostels gehobenen Sternehotels vor (ok, das ist eher eine Preisfrage) und reisen am liebsten einfach drauf los, wohin es sie gerade treibt. Ein gültiges Visum, ein vernünftiger Asien-Reiseführer und andere wichtige Tipps zur Reisevorbereitung sind aber auch – oder gerade! – für Backpacker unverzichtbar.

Auf Backpacking-Asien.de hat meine Schwester Lara die wichtigsten Informationen für alle reisefreudigen Asien-Fans zusammengetragen, egal ob es nach Thailand, Vietnam, China, Laos oder Indien geht. Neben grundlegenden Informationen, wie der Beantragung des richtigen asiatischen Visums, gibt es dort hilfreiche Links, Fotos und Reiseberichte aus erster Hand.

25. November 2013 In: Reisebericht 0 Kommentare

Skiurlaub im Oktober: Hintertux

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Pistenansicht in Hintertux

Als ich den Vorschlag, im Oktober in den Skiurlaub zu fahren, das erste Mal gehört habe, war ich sehr skeptisch. Zu Unrecht, wie sich gezeigt hat: Der Hintertuxer Gletscher ist 365 Tage im Jahr befahrbar. Wer sich fragt, warum man in Hintertux das ganze Jahr über Skifahren und Snowborden kann, obwohl man im Dorf teilweise im T-Shirt rumlaufen kann, weiß es spätestens, wenn er am Berg die meterdicken Gletschereisplatten durchscheinen sieht und den eiskalten Wind im Gesicht spürt. Die Schneequalität ist schon im Oktober auf einem Niveau, das andere Skigebiete bestenfalls in der Hauptsaison erreichen. Auf bis zu 3.250 Metern stehen gut präparierte 34 Pistenkilometer zur Auswahl. Ausreichend Neuschnee, von dem wir an einem Tag 20 Zentimeter hatten, sorgt zudem für verschiedene Freeride-Lines in gut erreichbaren Tiefschneehängen. Ungewöhnlich scheint das um diese Jahreszeit in Hintertux nicht zu sein. Die Kälte sorgt für luftig leichten Powder.

Panorama auf dem Hintertuxer Gletscher

Panorama auf dem Hintertuxer Gletscher

Die Liftanlagen sind vergleichsweise unkomfortabel, der überwiegende Teil der Lifte sind Schlepplifte. Das liegt aber nicht an fehlendem Willen der Seilbahngesellschaft, sondern am Gletscher selbst. Die riesigen Gletscherplatten »wandern« im Jahr bis zu 40 Meter! Stabile Betonfundamente, wie sie für Sessellifte gebraucht werden, sind deshalb auf dem Eis nicht möglich. Die Liftpfeiler der Schlepplifte müssen regelmäßig umgesetzt werden. Damit die Pisten auch während der Umbauarbeiten ganzjährig erreichbar sind, sind die Lifte immer doppelt vorhanden, es verlaufen also immer zwei Schlepplifte nebeneinander, die das gleiche Gebiet bedienen.

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Übersicht über einen Teil des Skigebiets

Hintertux ist kein großer Aprés-Ski-Ort, was den Vorteil hat, dass die Leute hauptsächlich zum Skifahren kommen. Das macht sich auf den Pisten bemerkbar, wo um diese Jahreszeit kaum Anfänger oder angetrunkene Partytouristen den eigenen Fahrstil stören oder die Sicherheit auf der Piste beeinträchtigen. Der größte Teil der Skifahrer sind Skiclubs aus allen möglichen Ländern, die sich in Hintertux auf die beginnende Rennsaison vorbereiten und dafür zahlreiche Rennstrecken stecken, die man mitbenutzen kann. Ein eher kleiner Funpark bietet fortgeschrittenen Freeskiern und Snowboardern einige Möglichkeiten, für ambitionierte Anfänger ist eher wenig dabei.

Fazit: Ein Skiurlaub in Hintertux im Oktober ist als Auftakt zur Skisaison absolut empfehlenswert!

30. October 2013 In: Reisebericht 0 Kommentare

Soli-Abschaffung kostet 14 Milliarden Euro

Aktuell tobt die Diskussion zu einer möglichen Abschaffung des Solidaritätszuschlags (Soli). Wie üblich lohnt es sich, die Diskussion um die wesentlichen Zahlen zu bereichern. Was würde eine Abschaffung des Soli den Staat kosten? Der Soli besteht eigentlich aus fünf Solidaritätszuschlägen, die auf unterschiedliche Einkommensarten erhoben werden. Für 2013 sind laut Bundeshaushalt folgende Einnahmen geplant:

Tabelle 1: Steueraufkommen durch den Solidaritätszuschlag in 2013
Soli Aufkommen in Euro
Solidaritätszuschlag zur Lohnsteuer 9.525.000.000
Solidaritätszuschlag zur Einkommensteuer 1.930.000.000
Solidaritätszuschlag zu den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag 895.000.000
Solidaritätszuschlag zur Körperschaftsteuer 1.255.000.000
Solidaritätszuschlag zur Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge 445.000.000
Soli Gesamt 14.050.000.000

Den Soli abzuschaffen würde also zu Mindereinnahmen von über 14 Milliarden Euro führen. Als Größenordnung: das ist etwas mehr, als der Bund im Jahr für Bildung und Forschung ausgibt oder mehr als das Doppelte der deutschen Entwicklungshilfe. Wer in diesen Größenordnungen Belastungen für den Bundeshaushalt plant, muss klare Konzepte zur Gegenfinanzierung vorlegen oder die Neuverschuldung massiv erhöhen. Finanzierungsvorschläge bleiben die Befürworter einer Abschaffung bisher aber schuldig.

Übrigens: Bereits 1998 wurde der Solidaritätszuschlag von 7,5 auf 5,5 Prozent gesenkt, von einer ewigen Steuer kann also nicht die Rede sein.

25. July 2013 In: Finanzen, Wahlen 0 Kommentare

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