Schrift-Darstellung unter Ubuntu, Mac und Windows 7

Wer gelegentlich unterschiedliche Betriebssysteme verwendet weiß: Schrift ist nicht gleich Schrift. Trotz gleicher Schriftart und Schriftgröße stellen unterschiedliche Systeme Schrift unterschiedliche dar. Ein 12 Pixel großer Text in Arial wird auf dem Mac anders gerendert als unter Windows. Sogar zwischen Windows XP und Windows 7 bestehen deutliche Unterschiede. Wann, wie und welche Schriftzeichen vom Betriebssystem geglättet werden, ist sehr unterschiedlich. Die Darstellung schwankt daher oft zwischen pixelig und verschwommen.

Die folgende Grafik zeigt eine Collage aus Screenshots unter Ubuntu, Mac und Windows 7. In allen drei Fällen wurde der aktuelle Firefox verwendet. Unter Windows ist ClearType aktiviert, DirectWrite jedoch nicht. Dies entspricht der Standardeinstellung.

Screenshot: Gute Schriftglättung unter Mac und Ubuntu, pixelige Schrift unter Windows 7

Screenshots: Font-Rendering unter Ubuntu, Mac OS und Windows 7

Die deutlichsten Mängel zeigen sich bei Windows 7 in der Darstellung der großen Serifenschrift (Droid Serif). Die Rundungen sind auffällig verpixelt, die Schrift sieht verknittert aus. Auch im Fließtext (Arial) sind bei genauem Hinsehen leichte Defizite erkennbar, etwa beim Doppel-S in »lassen«. In der rechten, grau hinterlegten Navigation fällt insbesondere das kleine »g« negativ auf.

Der Mac hat mit der Schriftglättung dagegen keine Probleme. Die Pixel-Problematik aus Windows wäre den vielen Mac nutzenden Designern auch kaum zumutbar. Ein für mich fast schon schwerwiegender Kritikpunkt: Der Arial-Fließtext wirkt leicht verschwommen. Beim Lesen längerer Texte kann das schnell ermüdend wirken.

Ubuntu vereint die ordentliche Glättung mit einer klaren, guten Lesbarkeit und ist in dieser Hinsicht aus meiner Sicht die beste Wahl. Neben der Auswahl der gezeigten Schriftarten spielt bei diesem Urteil unter Umständen aber auch meine persönliche Gewohnheit mit rein.

Insgesamt gilt: mit ein bisschen Recherche und Aufwand lässt sich aus jedem System eine bessere Darstellung herausholen. Wer viel am Rechner liest wird feststellen: es lohnt sich!

3. August 2011webdesign0 Kommentare

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