Grüne gegen Netzsperren

Grüne gegen Netzsperren Bei der Zensursula-Abstimmung haben sich erschreckende 15 Abgeordnete der Grünen Bundestagsfraktion enthalten (Abstimmungsverhalten der Fraktion). Angekündigt haben die MdBs ihre Enthaltungen vorher nicht und offenbar wurde auch nicht wirklich über das Thema diskutiert. Der Parteitag in Dortmund hatte mit großer Mehrheit beschlossen, dass Netzsperren abzulehnen sind. Zwar sind die MdBs zu Recht nicht an Parteitagsbeschlüsse gebunden, wenn sie sich aber in so großer Zahl gegen das eigene Programm wenden, dann sollten der Partei zumindest Gründe genannt werden.

Kritik zu diesem Verhalten gibt es in Form einer Petition.

22. June 2009Die Grünen, Netzpolitik0 Kommentare

Interview: Jan Philipp Albrecht

Dies ist eine Kopie eines Interviews mit Jan Philipp Albrecht (junger grüner Europakandidat auf Listenplatz 12), das auf Gruene.de unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlich wurde.

Jan Philipp, die Betreiber von The Pirate Bay haben eine neue Wahlkampagne („Vote or die“) gestartet, in der Peter Sunde zur europaweiten Wahl der Grünen aufruft. Wie stehst Du dazu?

jpa

Jan Philipp Albrecht

Ich freue mich sehr darüber. Peter Sunde steht für eine europaweite Bewegung, die sagt: Freier Austausch von Kultur und Wissen muss möglich sein. Wir Grünen haben die Ideen dafür. Wir Grünen stehen für eine fairen Ausgleich zwischen Internetnutzern und Kreativen, ohne Kriminalisierung und mit einer Vergütung. Wir stehen für eine zeitgemäße Netzpolitik.

Was heißt das?

Was in letzter Zeit in Sachen Internet politisch vor sich geht, ist ein Skandal. Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung und die unverhältnismäßige Kriminalisierung von Filesharern müssen gestoppt werden.

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4. June 2009Die Grünen, Internet, kultur, Netzpolitik, Wahlen0 Kommentare

Kino-Spot der Grünen: Domino

12. May 2009Die Grünen, Wahlen2 Kommentare

Interview: Missbrauchsopfer gegen Internetsperrungen

Dies ist eine Kopie eines Interviews mit Christian Bahls von MOGIS, das auf Gruene.de unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlich wurde.

Christian Bahls ist als Kind missbraucht worden. Die vom Bundeskabinett gebilligten Internetsperrungen sind für ihn Beschränkung und Demütigung zugleich. Denn er fühlt sich instrumentalisiert. Als Vorsitzender des Vereins MOGIS (Missbrauchsopfer gegen Internetsperrungen) kämpft er gegen die Pläne von Familienministerin von der Leyen.

Was waren Ihre Beweggründe, den Verein MOGIS ins Leben zu rufen?

Ein Grund war die Art und Weise, wie ein profilierter Bundestagsabgeordneter (der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss, gegen den wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften ermittelt wird; Anm.d.Red.) öffentlichkeitswirksam hingerichtet wurde, der andere war das Gefühl als Missbrauchsopfer instrumentalisiert zu werden.

Gab es einen besonderen Moment, der Sie zum Handeln bewegt hat?

Auslöser war der medienwirksame Auftritt der Familienministerin Frau von der Leyen, mit den Kindern von der Kinderhilfe. Da ist mir dann fast das Essen hochgekommen. Das war Propaganda wie zu DDR-Zeiten, wo wir als Kinder ja auch so gerne vorgezeigt wurden. Ich fand, das geht gar nicht. Aber keiner sagte etwas. Da habe ich mir gesagt: “Du musst jetzt etwas tun!” Ich fühle eine große Ohnmacht und viel Wut!

Was ist falsch an der Initiative Frau von der Leyens, Kinderpornographie-Seiten im Internet sperren zu lassen?

Wir ziehen den Begriff “dokumentierten Missbrauch” vor. Wir bei MOGIS versuchen das Wort Kinderpornographie zu vermeiden. Wir ziehen den Begriff “dokumentierten Missbrauch” vor. Diese Begrifflichkeit macht klar, worin das eigentliche Übel besteht. Es ist der Missbrauch, der bekämpft werden muss. Dann ist auch der Konsum von Kinderpornografie nicht mehr möglich, der durch Manipulationen am Domain-Name-System nur leicht erschwert wird.

Da wird Symbolpolitik betrieben. Die Regierung sagt ja selbst, dass “die Vorschrift auf eine Handlungspflicht ausgerichtet ist, nicht auf einen Erfolg”. Dazu sage ich: “Lasst uns etwas tun, aber bitte nicht irgend etwas”!

Wie kann man wirksam gegen Kinderpornographie im Internet vorgehen?

wir werden instrumentalisiert Indem man zuerst dafür sorgt, dass weniger Kinder für so etwas missbraucht werden. Natürlich muss auch die Verbreitung von altem Material konsequent bekämpft werden, das braucht klassische Polizeiarbeit. Was aber die Regierung so euphemistisch “andere Sperrtechnik mit größerer Eingriffstiefe” nennt, ist brandgefährlich: Damit errichtet man in Deutschland eine Infrastruktur, die eine Zensur ermöglicht. Und dazu werden wir missbraucht. Wir werden instrumentalisiert für ein ungeeignetes Gesetz, das weder erforderlich ist, noch einen klar definierten Zweck hat. Natürlich kann man damit den Zugang zu solchem Material erschweren, aber eben auch zu allen anderen Inhalten.

Was für Gefahren sehen Sie denn konkret?

In Finnland wurde ganz klein mit der Sperrung von etwa 1.000 Einträgen begonnen. Inzwischen wurden dort Seiten von Zensurkritikern und thailändischen Gay-Rights-Gruppen gesperrt. Außerdem werden die Stopp-Server Logbuch schreiben: Wer hat wann versucht, welche Seite zu besuchen, woher kam er? So wird es möglich, sehr leicht ganze Nutzergruppen zu identifizieren.

Wo führt das hin?

Menschen werden versuchen, die Sperren zu umgehen. Die Reaktion der Sicherheitsorgane wird sein, die Sperren fortzuentwickeln. Wo das hinführen kann? Gehen Sie mal auf die große chinesische Suchmaschine baidu.cn und suchen dort nach dem Begriff “falun gong”. Es ist nicht Ihr Internet, das da kaputt ist! Da wollen wir nicht hin.

29. April 2009Die Grünen, Netzpolitik0 Kommentare

Änderungsantrag: Kulturflatrate muss her!

Zeile 79 BTW-I-01 kann ein richtiger Weg dahin sein. wird ersetzt durch ist deshalb notwendig.

Begründung: Die Kulturflatrate muss endlich her, damit die Kriminalisierung von Bürgerinnen und Bürgern endlich ein Ende hat und Künstler und Künstlerinnen endlich angemessen für ihre Leistung vergütet werden. Wir sehen dies als richtigen Weg für einen zeitgemäßen Umgang mit dem Urheberrecht. Dies muss auch eindeutig festgestellt werden. Die alte Formulierung ist zu schwammig!

Der Absatz lautet dann:

Maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft neuer Unternehmensmodelle hat eine zukunftssichere Regelung des Urheberrechts. Massenhafte Verfolgung, der Einsatz von Digitalem-Rechte – Management und undurchschaubare Regulierung müssen ein Ende haben. Die Flickschusterei am Urheberrecht der vergangenen Jahre wollen wir beenden. Pauschale Vergütungsmodelle stellen die Zukunft für einen fairen Interessenausgleich im digitalen Raum dar. Kernstück sind dabei die freie digitale Privatkopie und eine faire Lösung beim Urheberrecht im Internet. Diese Lösung muss in erster Linie Künstlerinnen und Künstler angemessen vergüten und Nutzerinnen und Nutzer nicht pauschal kriminalisieren, wenn sie Angebote downloaden. Die Einführung einer Kulturflatrate, die die nicht-kommerzielle Nutzung von digitalen Kulturgütern ermöglicht, ist deshalb notwendig.

Wenn du diesen Antrag unterstützen möchtest, schreibe bitte möglichst schnell! einen Kommentar oder eine Email mit deinem Namen und KV an: mail [-at-] gregor-moellring.de Die Antragsfrist läuft heute um 24:00 Uhr aus!

Update: Genug UnterstützerInnen erreicht!

Update2: Antrag abgeschickt. Damit kann ich leider keine UnterstützerInnen aufnehmen.

Update3: Der Antrag wurde mit einem anderen Antrag zusammengefasst, die Formulierung wurde nicht übernommen. Hier gibt es das neue Kapitel “Digital ist besser” (pdf).

UnterstützerInnen

  1. Gregor Möllring (KV Hildesheim)
  2. Alexander Schestag (KV Heidelberg)
  3. Sönke Hellberg (KV Osnabrück Stadt)
  4. Michael Lilier (KV Osnabrück Stadt)
  5. David Vaulont (KV Freiburg)
  6. Manuel Vaulont (KV Freiburg)
  7. Wolfgang G. Wettach (KV Tuebingen)
  8. Philip Engler (KV Osnabrück Stadt)
  9. Alexander Bosch (KV Osnabrück Stadt)
  10. Julian Mehnle (KV München)
  11. Rasmus Andresen (KV Flensburg)
  12. Bernd Naumann (KV Weimar)
  13. Jan Wienken (KV Vechta)
  14. Benedikt Maier (KV Alb-Donau)
  15. Julia Seeliger (KV Verden)
  16. Alexandra Werwath (KV Bremen Mitte/östliche Vorstadt)
  17. Johannes Göpel (KV Frankfurt am Main)
  18. Michael Krieger (KV Tempelhof-Schöneberg)
  19. Raphael Schanz (KV Hildesheim)
  20. Samuel Raz (KV Dachau)
  21. John-Nicolas Heinemann (KV Freiburg)
  22. Patrick Drenske (KV Hannover)
  23. Sven-Christian Kindler (KV Hannover)
  24. Kathrin Henneberger (KV Köln)

26. April 2009Die Grünen3 Kommentare

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